Über Uns

So kamen wir in das Feierabendhaus

Als das Feierabendhaus am 26.September 1957 feierlich eingeweiht wurde, ahnte noch niemand was mal daraus alles werden könnte.Wir, die Brüder Adolf und Kurt Bäckmann hatten die Ehre an dieser Eröffnungsfeier aktiv auf der Bühne mitwirken zu dürfen.
(Ausschnitt aus der Farbenpost vom 31.Oktober 1957)
„Die Gebrüder Bäckman unterhielten sich „ganz dumm“ über all das, was man so im Werk über das Werk sagt und sangen zwischen durch immer wieder zweistimmig einige Moritat-Strophen über den Staub. Eine hervorragende Programmnummer, die mit Sonderaplaus bedacht wurde.“
Es war für uns ein außergewöhnliches Gefühl, als geborener Knapsacker in einem solchem Haus auf der Bühne zu stehen.Durch unsere karnevalistischen Auftritte kannten wir viele Säle in Köln und Umgebung. Das brachte uns auf die Idee im Feirabendhaus evtl. eine Karnvalssitzung zuorganisieren.Uns schwebte vor, eine Gesellschaft zu gründen die im Aufbau wie die KG UnionWesseling nur aus Werksangehörigen bestand. Auch die Firma Degussa und die KBE hielten jährlich ihr Karnevalssitzungen in Wesseling ab.
Nach anfänglichen Besprechungen mit den zuständigen Herren der Knapsack Griesheim AG, wurde alles erst mal zurückgestellt.Wir hatten damals mit den beiden Karnevalsvereinen in Knapsack (Grosse Knapsacker KG und Damenclub „Möschefräuche“) ein normales gutes Verhältnis. Jährlich standen wir auf der Bühne im „Rennstall“ (Sporthalle der Chemischen Fabrik) bzw. Im Saal Schumacher.
Durch dienstliche Zusammenarbeit mit dem damaligen 1. Vorsitzender der GKKG Christian Königsfeld erfuhr er von unserer Absicht.
Erst Anfang 1963 waren wir uns einig, eine Karnevalssitzung für 1964 zu planen.Wir erklärten uns bereit diese Veranstaltung als Literaten zu gestalten .Unsere Bedingung war nur, die Veranstaltung nachmittags zu beginnen, da wir abends selbst einige Auftritte hatten und so nicht für den Ablauf des Programmszu Verfügung standen. Bei der Abstimmung während der Versammlung der GKKG muss es zu heftigen Diskussionen gekommen sein. Man glaubte u.a. nicht genügend Karten für die Sitzung verkauft zu kriegen.Darauf hin erklärten wir uns spontan bereit, 300 Eintrittskarten abzusetzen, was uns auch ohne große Mühe gelang.

Das Feierabendhaus im Bau

Die erste Karnevalssitzung am 04.Januar 1964 war ausverkauft und wir konnten ein Programm präsentieren mit der damaligen 1.Garnitur im Karneval, u.a. mit den Rhein-Melodiker, Kurt Lauterbach, Horst Muys, Max Mauel und den Traditionskorps Reiterkorps Jahn von Werth bzw. Ehrengarde der Stadt Köln. Der Erfolg zeigte uns ,dass wir auf dem richtigen Weg waren.Für die Zukunft habe ich keine bange, dass wir, die GKKG, mit diesem Haus auch weiterhin erfolgreich sein werden.


Text: Adolf Bäckmann (seit 1963 Ehrensenator der GKKG)


Von Dickkopps Jupp und Krebse Karl

Heinz Georg, der seit 1976 die Orden der KG entwirft und in diesem Jahr aus Anlass des Sitzungskarnevals der KG im Feierabendhaus das Paulinchen als tragendes Motiv auf dem Orden ausgesucht hat, hat viele Erinnerungen an den alten Ort. Er hat zwar selbst nie in Knapsack gearbeitet, hat aber lange Jahre dort gewohnt.
So erinnern seine Motive an verschwundene Wahrzeichen des Ortes, in dem in den 60er Jahren 7000 Menschen lebten. An „Henns Bank“ beispielsweise, jene Bank in der Nähe des Knapsacker Baches, wo sich abends die Liebespaare trafen. An Bulichs Hof, jenen Bauernhof, auf dessen Felder nach dem Krieg „gefringst“ wurde, ebenso wie an die alte Brauerei Firmenich, in der bis vor dem Krieg Obergäriges gebraut wurde. Und auch an die vielen Kneipen, 13 an der Zahl, in denen die Knapsacker nach Feierabend ihr wohlverdientes Bierchen tranken. Eine davon war „Dickkopps Jupp“, wo die Knapsacker KG lange Zeit ihr Vereinslokal hatte.
Die Orden erinnern aber auch an bekannte Persönlichkeiten des Ortes, wie etwa den ehemaligen Zahnarzt Krebs. „Hattste de Ping und Qual, jingste hin zu Krebse Karl“ ist als Spruch auf dem Orden zu lesen und in der Darstellung hat das Scherentier den Zahn fest im Griff.

Die schönsten Orden, findet Georg persönlich, seien aber immer noch die beiden ersten Entwürfe. Jener aus dem Jahr 1976: „Knapsack ade, scheiden tut weh“, auf dem ein Pferdewagen mit Hausrat abgebildet ist. Aber auch die Darstellungen des Abbruchs von Knapsack, in denen ein Bagger an den Häusern knabbert - „Knapsack is bahl fott, ävver nit kapott“ - hat Georg in sein Herz geschlossen. Für ihn wird der Ort wohl immer lebendig bleiben. „Das war unsere Heimat“, sagte der ehemalige Zimmermann. Der erste Orden aber stammt aus dem Jahr 1966, ein massiver Silberorden mit Emaillemotiv. Davon gab es 140 Stück, die Herstellung hat damals über 3000 Mark gekostet - „ein Heidengeld für die damalige Zeit“, sagt Georg. Heute ist der Orden ein in Knapsack begehrtes Sammlerstück. An Nachschub für Motive wird es Georg auch in Zukunft nicht fehlen. Im städtischen Archiv gebe es noch jede Menge alter Fotos mit Gebäuden, und auch die Motive der nächsten Orden hat Georg sowieso schon im Kopf: „Die nächsten fünf Jahre sind sicher.“

Quelle: Kölner Stadtanzeiger Text/Foto: Birgit Lehmann

Woher Knapsack seinen Namen hat

Ein "Knappsack" war früher ein Proviantbeutel, der aus zwei Taschen bestand. Seiner Form ähnelte ein gerodetes Flurstück nahe dem späteren Ort bei Hürth, das "Uffm Knappsack" hieß. Dort soll nach einer Legende der Kölner Bischof Maternus im 4. Jahrhundert seine Reisetasche an der Quelle des Duffesbachs liegen gelassen haben. Als sein Begleiter den Knappsack wiederfand, soll der Teufel wütend geknurrt haben.

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